Im Rahmen eines besonderen Patenprojekts beschäftigte sich die Klasse G10b intensiv mit dem Roman Zornfried von Jörg-Uwe Albig sowie mit dessen Opernfassung, die am Staatstheater Kassel uraufgeführt wurde.
Der Roman setzt sich kritisch mit der Rolle des Journalismus und der Presse im Zusammenhang mit dem Aufstieg der Neuen Rechten auseinander. Im Unterricht analysierten die Schülerinnen und Schüler ausgewählte Textausschnitte und diskutierten dabei insbesondere die Bedeutung der Medien sowie die Geschlechterrollen innerhalb der Neuen Rechten.
Ein weiterer Höhepunkt des Projekts war ein Workshop am 21. Mai, der von Carolina Löwenstein geleitet wurde. Dabei konnten die Schülerinnen und Schüler selbst kreativ werden und Szenen aus dem Roman spielerisch erproben und gestalten. Ebenfalls an diesem Tag besuchte uns der Chefdramaturg der Oper, Kornelius Paede. In einer Fragerunde gab er spannende Einblicke in die Entstehung und Inszenierung der Oper und beantwortete zahlreiche Fragen der Klasse.
Der besondere Höhepunkt des Projekts folgte schließlich mit dem gemeinsamen Besuch der Aufführung im Interim des Staatstheaters Kassel. An einem Freitagabend machten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christiane Söhne auf den Weg nach Kassel, um die Oper zu erleben – und das freiwillig in ihrer Freizeit. Die Begeisterung war groß: In den anschließend verfassten Rezensionen hoben die Schülerinnen und Schüler immer wieder hervor, wie vielseitig und überraschend die Spielstätte Interim ist, wie kreativ der Romanstoff für die Bühne umgesetzt wurde und wie beeindruckend die gesanglichen Leistungen der Darstellerinnen und Darsteller waren.
Auch die Geschichte selbst fand großen Anklang. Für viele Jugendliche war dies der erste Opernbesuch überhaupt. Umso bemerkenswerter war die einhellig positive Resonanz: Die Aufführung wurde von allen als außergewöhnliches Erlebnis beschrieben, das lange in Erinnerung bleiben wird. Besonders geschätzt wurde dabei auch die gemeinsame Erfahrung als Klasse.
Das Patenprojekt „Zornfried“ bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Literatur, Musiktheater und gesellschaftspolitische Themen auf vielfältige Weise kennenzulernen und selbst aktiv zu erleben. Es bleibt eine besondere Erfahrung, die noch lange nachwirken wird.