Es war einmal – Märchenhafter Unterricht in der Gustav-Heinemann-Schule

Es war einmal – Märchenhafter Unterricht in der Gustav-Heinemann-Schule

Märchenhaft sind die Zeiten an einer Schule kurz vor Ende des Schuljahres selten. Nicht so an der Gustav-Heinemann-Schule! Gleich vier Mal führte die Theater-AG unter der Leitung von Christiane Söhne das 90- minütige Stück „Grimms Pärchen“ von Samuel Zehendner am 08.06. und 09.06. in der Aula der Gustav-Heinemann-Schule auf. Insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 aus allen Schulzweigen ließen die Bühne zum märchenhaften Klassenzimmer werden und begeisterten mit ihrer grandiosen Vorstellung am Abend des 08.06.2026 Familie, Freunde, Verwandte und die durch Herrn Daume vertretene Schulleitung und am darauffolgenden Schultag viele Schulklassen, Lehrerinnen und Lehrer in drei aufeinanderfolgenden Aufführungen. 

Im Zentrum der Geschichte, die Karolin Dienstel (R8c) den staunenden Kindern erzählt, steht die unscheinbare Astrid Linse, gar nicht unscheinbar verkörpert, sondern stark gespielt von Miria Meier (R9b) und Liz Kühnl (G7d). Nachdem der von allen umschwärmte Hannes Glück (Lotta Becker/G7d) bei der eiskalten Irene Frost abblitzt, lädt er zum Erstaunen aller Astrid Linse ins Kino ein. Mia Magdalena Ortega Albrecht (G8b) als Irene lässt einem das Blut in den Adern gefrieren, wenn sie ihre Fäden mit der Prinzessinnen-Clique zieht und alle mobbt, die ihr in den Weg kommen. Im Brüder-Grimm-Gymnasium haben nämlich Raffaela (Helena Gnoth), Chantal Witt (Hanna Elisabetha Schulmeister) Doris Heck (Lale Weber), im wahren Leben alle in der G9b, und sie das Sagen und herrschen darüber, wer in der Schule mit wem etwas zu tun haben darf und angesagt ist. Nicht wie im schlechten Film, sondern wie im wahren Leben eben, spinnen die Prinzessinnen Intrigen, verbreiten Lügen, erniedrigen ihre Klassenkameraden und Klassenkameradinnen, um sich selbst groß und stark zu fühlen und von den eigenen Problemen abzulenken. Astrid bieten sie heuchlerisch die Freundschaft an, um an Hannes heranzukommen. Irene Frost, die Verantwortliche für das Mobbing, ist heimlich in  Doris Heck verliebt. Erst als es ihr am Ende gelingt, zu ihrer Liebe zu Doris zu stehen, kann sie ihr intrigantes Verhalten überwinden. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg und braucht es eine Klassenfahrt in einen abgelegenen Wald mit einer missglückten Nachtwanderung.

Neben dieser ernsten und äußerst aktuellen Thematik geht es aber ausgesprochen amüsant auf der Bühne zu, wenn Rudi Feuertanz (Mika Herbold, G8c) mit seiner mangelnden Impulskontrolle und fehlendem Empathievermögen den Angstkreis bei Frau Wolke- Schüttel stört und schließlich beim Nachsitzen von der fleißigen, sehr sensiblen „Heulsuse“ Monika Heugold (Alina Wolff/F5c und Friederika Neth/R8c) Unterricht darin erhält, den Zugang zu seinen Gefühlen zu entdecken. 

Frauke Fischer (Joana Wiegand, G6a) träumt derweil vom Amt der Schülersprecherin  und schreckt nicht vor Manipulationen der Wahl zurück. 

Rosi Korb (Nikol Godlewski, F6a) verpasst jeden Stundenanfang, weil sie sich konsequent auf dem Schulgelände verirrt und den Raum nicht findet, während Alan Carpet (Kylian Baydemir, G5b) sich alles nimmt, was er kriegen kann. Nicht zu vergessen die spielsüchtige Tabea (Fiete Drinnenberg, G8c), der/die beim Handyzocken einen Riesen nach dem anderen platt macht und sich ein Leben außerhalb der digitalen Welt nicht vorstellen kann, oder die schlaue Gesche (Kayleigh Bohnes, G7c), die heimlich Statistik darüber führt, für wen man seine Stimme bei der Schülersprecherwahl abgibt und am Ende souverän den Wahlbetrug aufdeckt. 

Zwischendurch hüpft immer wieder Frosch Fridolin Küng (Lille Drinnenberg, G6a) auf der Suche nach dem nächsten Tümpel und ausgleichender Gerechtigkeit über die Bühne. Als besonders liebevoll und sanft

treten Germaine Fallada (Vivien Eisenkrein, G6a) und Steffi Taler (Finja Jüds, G10b) auf, die den anderen immer wieder hilfreich zur Seite stehen. Äußerst patent ist Greta Kiesele (Sina Junghans), die alle aus dem Wald führt und mit ihrem perfekten bayerischen Dialekt das Publikum in Erstaunen versetzt. Ausgesprochen aufmüpfig trumpft Zicklein Luisa Burchardt (F5c) auf. 

Und dann sind da noch die Lehrerinnen und Lehrer: Beate Spiegel – eine Lehrerin, bei der sich alles  alles um sie selbst dreht,  professionell verkörpert von Greta Drinnenberg (G8c); Holda Wolke-Schüttel (Jana Klinke, G10b) – eine Lehrerin, die verzweifelt und leicht hysterisch versucht, neue Wege zu gehen und die mit ihrer sanften Pädagogik erst am Ende Erfolg hat;  Boris Wolf (amüsant authentisch verkörpert von Constantin Ritter, G10b) und Julius Brinkopp-Rode), der süffisant mit seinen markigen Sprüchen allen Kindern als Sportlehrer mit der Pfeife um den Hals und der Kaffeetasse in der Hand Angst macht und äußersten Wert auf die Einhaltung seiner Pausen legt; Frau Heusel, die strenge Schulleiterin (Karolin Dienstel), die am Ende vor der Solidarität von Lehrerinnen und Lehrern und deren Klassen kapitulieren muss. 

Und nicht zuletzt Mary Young (Josephine Herbold, G5a), die das ganze Stück über stumm bleibt und erst den Mund auftut, als es darum geht, die Gemeinschaft zu verteidigen. 

Und es wäre kein Märchen, wenn am Ende nicht alles gut würde…

Alle Darstellerinnen und Darsteller haben in überragend guten Aufführungen das vielfältige Publikum verzaubert! Ihnen gilt der Dank der gesamten Schulgemeinde für märchenhafte Stunden in der Schule!

Schweren Herzens muss sich die  Theater-AG von ihren treuen Ensemble-Mitgliedern Jana Klinke, Constantin Ritter und Finja Jüds verabschieden, die nach den Sommerferien ihren Schulbesuch an der Oberstufe fortsetzen. Ihr wart einfach großartig und werdet mit euren Rollen unvergessen bleiben!