GUSTAV-HEINEMANN-SCHULE

Kooperative Gesamtschule in Hofgeismar

Hochbegabtenförderung

Förderung besonders begabter und interessierter Schülerinnen und Schüler an der Gustav-Heinemann-Schule

Seit vielen Jahren arbeiten die Fachlehrerinnen und Fachlehrer der Gustav-Heinemann-Schule bereits daran, besonders begabte und interessierte Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Fächern und Lernbereichen zu fordern und intensiv zu fördern. Dieses Engagement wurde 2016 von Kultusminister Lorz mit der Verleihung des „Gütesiegels für Schulen, die hochbegabte Schülerinnen und Schüler besonders fördern“ belohnt.

Stellvertretend für die Arbeitsgruppe „Hochbegabtenförderung“ (bestehend aus Frau Dr. Hoffmann-Deist, Frau Löffler, Herrn Seidl und Frau Werner), die gemeinsam an einem umfassenden Konzept arbeiteten, nahm Frau Dr. Hoffmann-Deist am 10.11. die Urkunde in Wiesbaden entgegen. 

Die GHS gehört damit zu den 10% aller hessischen Schulen, die sich der Hochbegabtenförderung besonders verschrieben haben.

Weitere Informationen zum Gütesiegel-Programm des hessischen Kultusministeriums finden Sie unter https://kultusministerium.hessen.de/presse/pressemitteilung/elf-hessische-schulen-erhalten-guetesiegel-hochbegabung

 

 

 

 

 

Ein besonderer Projekttag pro Schuljahr für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen

2016/17: Lesung und Workshop im kreativen Schreiben mit der renommierten Kinder- und Jugendbuchautoren Antje Herden für Schülerinnen und Schüler der Jg. 5 und 6

Am 24. Mai 2017 fand ein erster Projekttag im Rahmen der Hochbegabtenförderung an der Gustav-Heinemann-Schule statt. Der abwechslungsreiche und spannende Tag begann mit einer Lesung der renommierten Kinder- und Jugendbuchautoren Antje Herden, die vor über 200 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 und 6 aus ihrem aktuellsten Jugendroman „Anton und Marlene und die wahrhaftigen Wahrheiten“ vorlas. Unsere jüngsten Schülerinnen und Schüler reisten gemeinsam mit den gleichaltrigen Protagonisten der Geschichte in ein verrücktes Paralleluniversum und ergänzt durch ein Quiz und tosenden Applaus für die Schülerinnen und Schüler, die die korrekten Antworten auf Fragen zum vorgelesen Textauszug parat hatten, verbreitete sich gute Laune in der bis auf den letzten Platz gefüllten Aula.

Während dieser Teil des Projekttags, der von Frau Dr. Hoffmann-Deist als Koordinatorin der Hochbegabtenförderung der GHS organisiert wurde, für alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 und 6 ein Erlebnis war, ging die Besonderheit dieses Tages noch für 21 SchülerInnen weiter. In einem Workshop zum kreativen Schreiben hatten sie insgesamt vier Schulstunden Zeit, ihre drängendsten Fragen an eine echte Autorin zu stellen. Dabei zeigte sich schnell, dass die Deutschlehrerinnen und -lehrer der Klassen sehr interessierte und geübte Jungautorinnen für den Workshop ausgesucht hatten, die sehr präzise Fragen zu Schreibtechniken, -strategien und -blockaden stellten.

Angeleitet durch Frau Herden versuchten sie sich zudem an ganz neuen, eigenen Texten und testeten dafür vielfältige Perspektivwechsel, die eine Geschichte spannend und mitreißend für ihre Leser machen können. Abschließend haben nun alle WorkshopteilnehmerInnen die Möglichkeit, eigene Texte, die entweder während des Workshops oder zuvor bzw. im Nachhinein entstanden sind, an Frau Herden zu schicken, die sich für jeden einzelnen Text Zeit nehmen wird, um den SchülerInnen eine schriftliche Rückmeldung zu ihren kleinen literarischen Werken zu geben.

Ein herzlicher Dank gilt an dieser Stelle noch dem Förderverein der GHS, der diesen außergewöhnlichen Tag finanziell großzügig unterstützte.

Hochbegabtenförderung im Schulalltag

Welche Möglichkeiten bieten wir unseren Lernenden im Schulalltag an, um ihre überdurchschnittlichen Fähigkeiten im besonderen Maße zu fördern und zu nutzen? Wie können wir herausfinden, ob ein Kind hochbegabt oder besonders begabt ist?

Sagt man zu […] seinem Kind, es sei für gewisse Dinge zu dumm, zu ungeschickt oder unbegabt und mache alles völlig falsch, so erstickt man damit in ihm jeden Versuch im Keim, es jemals besser zu machen. Wendet man jedoch die entgegengesetzte Taktik an, indem man den andern kräftig ermuntert, […] und ihm zu spüren gibt, daß man Vertrauen in seine Fähigkeiten hat und sogar eine ausgesprochene Begabung auf dem betreffenden Gebiet in ihm vermutet - dann wird er bis zum Morgengrauen üben, um der Vorstellung gerecht zu werden, die wir uns von ihm machen.

Der amerikanische Psychologe Dale Carnegie beschreibt in diesem Zitat aus seinem neuesten Bestseller mit dem vielversprechenden Titel „Wie man Freunde gewinnt: Die Kunst, beliebt und einflussreich zu werden“ treffend die besondere Wirkung der Fremdwahrnehmung und Motivation auf „ausgesprochene Begabungen“. Allerdings sind die Rahmenbedingungen zum Aufspüren - zur Diagnose - sowie zur nachhaltigen Motivation und Förderung von Hochbegabungen sowohl im schulischen als auch im familiären Rahmen sehr komplex. Einerseits werden Hochbegabungen nicht selten spät erkannt, wenn sie sich gerade nicht in schulischen Bestleistungen niederschlagen, weil sich Langeweile und das Gefühl der Unterforderung negativ auf die Motivation auswirken. Die Gefahr des Underachievements ist trotz eigentlicher Hochbegabung somit nicht zu unterschätzen. Ist eine gesteigerte Begabung andererseits bei einem Schüler/einer Schülerin erkannt worden, schließt sich die Frage nach der passenden „Taktik“ des Fördern und Forderns an.

Die Gustav-Heinemann-Schule möchte darum alle Schülerinnen und Schüler mit ihren ganz eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten individuell fördern und fordern, indem sie ihnen ein optimales Lernumfeld und gezielte Beratung anbietet. Seit dem Schuljahr 2015/16 konzentrieren sich die Lehrerinnen und Lehrer der Gustav-Heinemann-Schule dezidiert und sehr viel bewusster als noch zuvor auf die Hochbegabtenförderung. Dies erfordert ausgearbeitete schulische Konzepte, gut aus- und fortgebildete Lehrkräfte und räumliche sowie finanzielle Bedingungen, die dies ermöglichen. Darum ist die Hochbegabtenförderung seit dem Schuljahr 2015/16 ein integrativer Teil des Schulprogramms, sowohl in den Leitsätzen der Gustav-Heinemann-Schule als auch neben den beiden weiteren Schwerpunkten Sport und Musik findet sie ihren zentralen Platz.

Innere Differenzierung und die zwei Stränge der Hochbegabtenförderung an der Gustav-Heinemann-Schule

Die individuelle Förderung unserer Schülerinnen und Schüler ist im Schulprogramm festgeschrieben, explizit auch die Hochbegabtenförderung seit dem Schuljahr 2015/2016. Zur Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler bietet die Gustav-Heinemann-Schule zwei Wege an: Akzeleration (die zeitliche Beschleunigung des Lernens) und Enrichment (die Erweiterung der Unterrichtsangebote).  Von einer exklusiven Förderung in sog. „Talentgruppen“ oder „Turboklassen“ sieht die Gustav-Heinemann-Schule bewusst ab und setzt stattdessen auf heterogene Gruppen, die von einer großen Breite an Leistungsmöglichkeiten auch im Sinne des sozialen (Miteinander-)Lernens profitieren. Die gezielte qualitative innere Differenzierung ist dabei eines der wichtigsten Instrumente im Unterrichtsalltag mit besonders begabten Schülerinnen und Schüler. Unter einer qualitativen inneren Differenzierung verstehen wir in diesem Kontext, dass Aufgaben für unsere leistungsstärksten Schülerinnen und Schüler nicht allein quantitativ vermehrt werden, sondern dass sie mit anspruchsvollen Lernarrangements herausgefordert werden. Denn so erfahren auch besonders begabte Schülerinnen und Schüler ihre Grenzen, werden auf diesem Weg bestmöglich gefordert sowie gefördert, ohne dass die vielfache Zusatzaufgabe zu Langeweile und Demotivation führt.

Neben der inneren Differenzierung im Unterricht bietet die Gustav-Heinemann-Schule ihren besonders begabten Schülerinnen und Schülern die zwei zentralen Stränge der Hochbegabtenförderung an: Akzeleration und Enrichment.

Akzeleration

In unserem Schulsystem ist es Standard, dass die Kinder dem Alter entsprechend in Gruppen eingeteilt und unterrichtet werden. Dies widerspricht einer individuellen Lernentwicklung mit einer individuellen Lerngeschwindigkeit, da Kinder des gleichen Alters in den einzelnen Bereichen nicht automatisch gleich begabt sind und ebenso wenig die gleiche Lerngeschwindigkeit aufweisen. Für Schülerinnen und Schüler, für die ein schnelleres Lerntempo angemessen wäre, haben wir an unserer Schule die Möglichkeit, sie durch Akzeleration zu fördern. Akzeleration ist ein sehr effektives und erfolgreiches Mittel zur Hochbegabtenförderung, das häufig unterschätzt wird.  Entscheidend dabei ist, ob die Schülerinnen und Schüler ein angemesseneres Lerntempo erreichen und es ihnen dabei emotional sowie sozial besser geht.    

Akzelerationsangebote:

  • Eine oder mehrere Klassen können übersprungen werden.
  • Teilnahme am Fachunterricht einer höheren Klasse in einem einzelnen Fach/einzelnen Fächern
  • Teilnahme am Fachunterricht des Oberstufengymnasiums Albert-Schweitzer-Schule (Hofgeismar) in einem einzelnen Fach/in einzelnen Fächern
  • Kooperation mit der Universität Kassel (ggf. Teilnahme an Veranstaltungen), anstelle des Besuchs von Unterricht in einem einzelnen Fach

Sollte es beispielsweise eine besonders begabte Schülerin/einen besonders begabten Schüler im Fach Mathematik geben, der ansonsten in seinem Klassenverband bleiben möchte oder über eine Teilbegabung verfügt, könnte er vom Mathematikunterricht der Klasse befreit werden und stattdessen an einem Mathematikkurs in der Oberstufe oder an einer Mathematikvorlesung an der Universität Kassel teilnehmen.

            Entscheidend ist dabei nicht allein, dass es Akzelerationsangebote an unserer Schule gibt, sondern dass die Lehrkräfte sowie die Schulleitung entsprechend geschult und sich der Anwendung dieser Angebote bewusst sind und nach Schülerinnen und Schülern Ausschau halten, für die diese Maßnahmen ein Gewinn sein könnten.

Enrichment

Die Gustav-Heinemann-Schule ist darauf eingestellt, für hochbegabte Schülerinnen und Schüler ganz individuelle Lernarrangements zu treffen. Wir bieten den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit sich in den unterschiedlichen Bereichen vertiefend mit Lerninhalten auseinanderzusetzen, aber auch zusätzliche Inhalte kennenzulernen. Im Rahmen ihres umfangreichen AG-Angebots bietet die Gustav-Heinemann-Schule begabten und interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre besonderen Fähigkeiten ziel- und produktorientiert einzusetzen. In folgenden Bereichen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten des Enrichments.

Sprachliche bzw. sprachlich-literarische Förderung

Seit dem Schuljahr 2015/16 lernen hochbegabte Schülerinnen und Schüler an der Gustav-Heinemann-Schule bis zu drei Fremdsprachen, seitdem im Wahlpflichtunterricht Spanisch mit drei Wochenstunden angeboten werden kann. Ansprechpartnerin ist Frau Fey.

            Zudem bieten wir einen Vorbereitungskurs zur erfolgreichen Erlangung  des Cambridge Certificate of Proficiency der Stufe B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) an, sodass fremdsprachlich begabte Schülerinnen und Schüler sich bereits während ihrer Mittelstufenzeit mithilfe dieses international anerkannten Zertifikats für Austauschprogramme - etwa für die Zeit der E-Phase - im englischsprachigen Ausland bewerben können. Besonders qualifizierte Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 und 10, die an dieser Prüfung teilnehmen, können allerdings auch bereits Zertifikate der Stufen C1 und C2 ablegen. Ansprechpartnerin ist Frau Günther. Das französische Pendant bietet Frau Hartwig für sprachlich begabte Schülerinnen und Schüler an, die sich auf eine DELF-Prüfung (diplôme d‘étu- des en langue française) und eventuelle Schul(halb)jahre im französischsprachigen Ausland vorbereiten möchten. Beide Kurse dienen der Vertiefung der bereits erworbenen Sprachkenntnisse sowie der gezielten Vorbereitung einer schulischen Laufbahn im Ausland. Beide Kurse finden wöchentlich statt.

            Die seit dem Schuljahr 2013/14 unter der Leitung von Frau Dr. Hoffmann-Deist bestehende Theater-AG eröffnet interessierten Schülerinnen und Schülern nicht allein die Möglichkeit, in fremde Rollen zu schlüpfen und sich auf der Bühne auszuprobieren. Für sprachlich und literarisch besonders begabte Jugendliche ergibt sich vielmehr auch die Möglichkeit, komplexe literarische Stücke in einer Kleingruppe zu erarbeiten, die sonst erst in der gymnasialen Oberstufe ihren Platz finden. Dabei stehen die Besonderheiten der dramatischen Gattung im Fokus sowie das selbstständige Umschreiben und Neu-Durchdenken bestehender Dramen, die von den Schülerinnen und Schülern selbst für die jeweilige Gruppe sprachlich und  inhaltlich überarbeitet werden. Zudem ist Darstellendes Spiel mittlerweile ein beliebtes (Prüfungs-)Fach in der gymnasialen Oberstufe, für das hier bereits ein Grundstein gelegt werden kann.

            Sprachlich und literarisch interessierte Schülerinnen und Schüler können sich im Rahmen des von Frau Fiedler geleiteten Projektes ,,Erzähl mir deine Geschichte - Lesescouts in Hessen“, das von der Gustav-Heinemann-Schule in Kooperation mit der Stiftung Lesen und dem Hessischen Kultusministerium organisiert wird, in besonderer Weise als „Lesescout“ engagieren. Ziel des Projektes ist es, über das Vorlesen in Einrichtungen für Senioren Jugendliche und ältere Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und das Verständnis füreinander zu fördern. Hierin liegt nicht allein eine Möglichkeit zur intensiven Auseinandersetzung mit Literatur und ihren Präsentationsmöglichkeiten, sondern zudem spielt das soziale Lernen eine weitere wichtige Rolle.

            Im Rahmen der Leseförderung wird zudem in jedem Schuljahr der Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels im gesamten Jahrgang 6 an der Gustav-Heinemann-Schule von den jeweiligen Deutschlehrerinnen und -lehrern durchgeführt und von Frau Söhne sowie Frau Dr. Hoffmann-Deist organisiert. Besonders talentierte Vorleser können ihre Fähigkeiten hier messen. Auch im fremdsprachlichen Bereich möchte die Gustav-Heinemann-Schule die Tradition des Vorlesens bewahren, sodass in jedem Schuljahr im gesamten Jahrgang 7 ein von Frau Wilke ins Leben gerufener English Reading Competition stattfindet, der seit einigen Jahren auch im Vergleich mit den Verbundschulen ausgetragen wird. Hochbegabte Schülerinnen und Schüler bekommen somit auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten einem größeren Publikum zu präsentieren.

            Eine besondere Aktion, die die Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesen sowie kreatives Schreiben unterstreicht, fand erstmals im Schuljahr 2014/15 statt und soll in den folgenden Schuljahren fest in den Jahresplan sowie die Hochbegabtenförderung integriert werden: Anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Hessische Leseförderung“ fand zu Beginn des Schuljahres 2014/15 in den Jahrgängen 5 und 6 ein spannender und herausfordernder Wettbewerb statt. Ob motiviert durch das Lesen der Grimm’schen Kinder- und Hausmärchen oder durch die aktive Auseinandersetzung mit modernen Märchen und ihren Illustrationen, jede teilnehmende Klasse gestaltete ein individuelles Märchenbuch. Eine Jury wählte schließlich vier Gewinner-Klassen aus, deren Märchenbücher dank ihrer Texte und Illustrationen nachhaltig überzeugen konnten. Ihren Preis konnten die knapp 100 Schülerinnen und Schüler, die aus dieser Entscheidung als Gewinner hervorgingen, in Bad Hersfeld mit allen Sinnen erleben: Eine unterhaltsame Lesung mit der renommierten Kinderbuchautorin Antje Herden sowie ein Besuch des Erlebnis-Museums Wortreich. Drei Märchenautoren der Gustav-Heinemann-Schule brillierten daran anschließend mit Lesevorträgen bei der Jubiläumsveranstaltung „20 Jahre Hessische Leseförderung“ in Frankfurt. Sie erhielten die einzigartige Möglichkeit, ihre selbstgeschriebenen Märchen im Jubiläumsprogramm zur Verleihung des Hessischen Leseförderpreis 2014 im Frankfurter Künstlerhaus Mounsonturm vorzutragen.

            Weitere besondere Aktionen, die der Sprachförderung dienen, sind zahlreich: Eine  Studienfahrt nach England sowie eine Studienfahrt nach Rom für Lateinschüler im Jahrgang 9, ein Austausch mit einer Partnerschule in Pont-Aven (Frankreich), ein Austausch mit einer Partnerschule in Gdynia (Polen). Zudem gibt es für einen kleinen Kreis von Schülerinnen und Schülern, die sich besonders durch ihre Sprachkompetenz in Französisch hervorgetan haben, die Möglichkeit, an einem 2-wöchigen Betriebspraktikum in Arras (Nordfrankreich) teilzunehmen. Dieses wird von Herrn Schöne und Frau Fey organisiert und bereits seit 1999 erfolgreich an der Gustav-Heinemann-Schule umgesetzt.

            Diese Angebote zur sprachlichen bzw. zur sprachlich-literarischen Talentförderung werden von vielen Schülerinnen und Schülern aktiv genutzt. Bei den als hochbegabt eingestuften Schülerinnen und Schülern der Gustav-Heinemann-Schule sind bisher keine Kinder oder Jugendliche mit LRS aufgefallen. Für diesen besonderen Fall des Underachievers stünden nichtsdestotrotz bereits unterstützende Angebote zur Verfügung: Die Hausaufgabenbetreuung, allgemeine Förderkurse im Fach Deutsch für die Jahrgänge 5 bis 7 sowie ein gezielter Förderkurs für Kinder mit LRS unter der Leitung von Frau Schneider, die sich im Rahmen eines Fernstudiums zur diplomierten Legasthenietrainerin fortgebildet hat und zudem als Abgeordnete im HKM am Themenkomplex ‚Legasthenie‘ arbeitet.

Mathematische Förderung

Die gezielte Förderung besonderer mathematischer Fähigkeiten erfolgt an der Gustav-Heinemann-Schule einerseits selbstverständlich durch die innere Differenzierung im Unterricht. Andererseits werden Wettbewerbe, Projekte, Ausflüge sowie eine AG mit dem Ziel des Enrichment angeboten. Im Besonderen sind hierbei der Mathematikwettbewerb, ein damit einhergehender Mathetag sowie eine Fahrt zum Mathematikum in Gießen im Jahrgang 8 zu nennen.

            Zudem können Schülerinnen und Schüler mit einem gesteigerten Interesse an der Mathematik und einer überdurchschnittlichen Begabung an der von Herrn Kirschner geleiteten Arbeitsgemeinschaft Mathe-Magica teilnehmen. Schülerinnen und Schüler lernen hier die Exponate der Mathe-Magica genauer kennen und erarbeiten außerdem neue Exponate, die während verschiedener Schulveranstaltungen einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert sowie an andere Schulen für ähnliche Projekte ausgeliehen werden. Für die HNA stellen die „Lehrlinge“ der Mathe-Magica monatlich Rätselaufgaben (sog. HNA-Kopfnüsse) zusammen. Die AG trifft sich einmal pro Woche.

            Im Rahmen von MINT nehmen in jedem Schuljahr einzelne Schülerinnen und Schüler, die an Berufen der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft sowie Technik interessiert sind, an verschiedenen Workshops und Seminaren zur Berufsorientierung und eventuellen -vorbereitung teil.

            Diese Angebote zur mathematischen Talentförderung werden von vielen Schülerinnen und Schülern aktiv genutzt. Bei den als hochbegabt eingestuften Schülerinnen und Schülern der Gustav-Heinemann-Schule sind bisher keine Kinder oder Jugendliche mit Dyskalkulie aufgefallen. Für diesen besonderen Fall des Underachievers stünden nichtsdestotrotz bereits unterstützende Angebote zur Verfügung: Die Hausaufgabenbetreuung, allgemeine Förderkurse im Fach Mathematik für die Jahrgänge 5 bis 7 sowie ein gezielter Förderkurs für Kinder mit Dyskalkulie unter der Leitung von Frau Zahn und Frau Wesemann, die im Rahmen einer einjährigen Fortbildung ein Zertifikat zum Thema Rechenschwäche erworben haben.

 

Naturwissenschaftliche Förderung

Neben der inneren Differenzierung, die besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schülern im Bereich der Naturwissenschaften im planmäßigen Unterricht die Möglichkeit bieten, ihren Fähigkeiten entsprechend zu arbeiten, bietet die Gustav-Heinemann-Schule im Wahlpflicht- sowie im AG-Bereich zahlreiche Angebote, die dem Enrichment dienen: Im Wahlpflichtbereich bietet Frau Weiß den Kurs „Naturwissenschaften“ an, der bewusst alle Teilbereiche (Physik, Chemie und Biologie) miteinander verbindet und in Beziehung zueinander setzt. Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler der Gymnasialjahrgänge 9 und 10 haben als Teilnehmer die Möglichkeit, naturwissenschaftlich vernetztes Denken und Arbeiten praxisorientiert kennenzulernen.

            Im AG-Bereich bietet die Gustav-Heinemann-Schule zudem Angebote zur  naturwissenschaftlichen Spezialisierung an: Im Bio-Club, Leitung von Frau Löffler und Frau Werner, setzen sich die Schülerinnen und Schüler einmal wöchentlich in besonders arbeitsfähigen Kleingruppen mit spezifischen und selbst gewählten Themen der Biologie auseinander, wobei  das Mikroskopieren, die Tierbetreuung (Fische, Bartagamen und Insekten in schuleigenen Terrarien), Chemie für Einsteiger oder die Gestaltung eigener Tierfilme im Fokus stehen kann. Besonders interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bio-Club erweitern ihre Fähigkeiten zudem durch die Teilnahme an drei bis fünf Exkursionen pro Jahr (Schülerforschungslabor FloX der Universität Kassel, Naturkundemuseum Kassel, Fossilienexkursion in den Steinbruch Grube Alemannia bei Hannover, Tierpark Sababurg zur Erlangung des Rentier-Expertenscheins), durch den Besuch von Experten und öffentliche Auftritte (Hessentag, Tag der offenen Tür etc.).  Dank eines Bio-Club-Raums haben die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zudem die Möglichkeit, in den Pausen an eigenen Themen zu arbeiten sowie Terrarientiere  zu beobachten oder zu filmen. In enger Kooperation und ganz im Sinne der schulübergreifenden Hochbegabtenförderung nehmen zudem seit zwei Jahren Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen der Grundschulen des Schulverbunds am Bio-Club teil.

            Unter der Betreuung von Frau Weiß nehmen zudem in jedem Jahr Schülergruppen erfolgreich am Wettbewerb Jugend forscht teil, sodass die Gustav-Heinemann-Schule zu den Gewinnern des Jugend forscht Schulpreises 2015 gehört. Interessierte werden zunächst in einer AG auf den Wettbewerb vorbereitet, wählen selbstständig Themengebiete aus, forschen und stellen ihre Ergebnisse schließlich der Öffentlichkeit/Jury vor. Die AG-Arbeit konzentriert sich auf die gezielte Beratung der Schülerinnen und Schüler mit besonderer Leistungsstärke im Bereich der Naturwissenschaften z. B. zur Themenfindung, Erstellung des Experiments, der Dokumentation sowie Präsentation.

            Talente im Bereich der Chemie fördert Herr Dr. Elspaß in der AG Chemie - Probieren geht über Studieren. In verschiedenen Projekten spüren die Schülerinnen und Schüler naturwissenschaftliche Fragen aus dem Alltag auf, setzen sich gemeinsam Arbeitsschwerpunkte nach Interessen und arbeiten an ihnen einmal pro Woche.

                      

Musikalische Förderung

Die Gustav-Heinemann-Schule ist eine Kooperative Gesamtschule mit musikalischem Schwerpunkt. In jedem Schuljahr beginnen zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit einer besonderen musikalischen Ausbildung im Jahrgang 5 des Gymnasialzweiges und der Förderstufe. Sicherlich ist davon auszugehen, dass nicht alle musikalisch begabten Kinder zugleich in weiteren Bereichen hochbegabt sind. Nichtsdestotrotz geht etwa die Psychologin und Musik- sowie Psychotherapeutin Karin Thalmann-Hereth davon aus, dass eine besondere Beziehung zwischen kognitiver Hochbegabung und musikalischer Affinität herrscht. Zudem ermöglicht „Musik [… ]im sozialen Bereich Identifikation mit einer Gruppe oder Kultur. Sie hilft innenpsychisch sich zu beruhigen oder zu aktivieren.“ Diese Besonderheiten  können für Hochbegabte, die von ihren MitschülerInnen zunächst einmal als ‚anders‘ wahrgenommen werden, von besonderer integrativer Bedeutung sein.

           Die musikalische Förderung beginnt im Jahrgang 5. Die Schülerinnen und Schüler, die sich bei der Instrumentenwahl für ein Streichinstrument entschieden haben, werden in einer Streichergruppe gemeinsam von einer Lehrkraft der Musikschule Hofgeismar e.V. und einer Musiklehrkraft der GHS unterrichtet. Insgesamt stehen drei Unterrichtsstunden zur Verfügung, zwei davon in der Gesamtgruppe (Ensemble) sowie eine nach Instrumenten aufgeteilt (Registerproben).

           Die Schülerinnen und Schüler, die sich bei der Instrumentenwahl für ein Blasinstrument entschieden haben, werden in einer Bläsergruppe von einer Musiklehrkraft der GHS unterrichtet. Für den Unterricht stehen ebenfalls drei Wochenstunden zur Verfügung, die sich in zwei Stunden Gesamt- und eine Stunde Registerproben (Proben in Instrumentalkleingruppen) aufteilen. Die Registerproben werden von Lehrkräften der Musikschule Hofgeismar geleitet.

           Werden im Laufe des Unterrichts herausragende Begabungen unter den Kindern entdeckt, so wird eine weiterführende Förderung (Einzelunterricht durch Lehrer/innen der Musikschule in unserer Schule) empfohlen. Ab dem Jahrgang 7 besuchen die Schülerinnen und Schülern, die ein Streich- oder Blasinstrument erlernt haben, das Streichorchester bzw. die Big Band.

           Neben der Möglichkeit, eine Streich- oder Blasinstrument zu erlernen, bietet die Gustav-Heinemann-Schule allen anderen Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 5 und 6 einen zweistündigen Unterricht in Perkussions- oder Gesangsgruppen an.

           Im AG-Bereich können alle Schülerinnen und Schüler der Musikklassen, die musikalisch interessiert und begabt sind, weitere Angebote zur Förderung wahrnehmen: Sie können an der Rock/Pop-Band, dem Chor oder der Musical-AG teilnehmen. Auch diese Aktivitäten dienen dem Enrichment. Im Rahmen von verschiedenen Konzerten (Frühjahrskonzert, Adventskonzert, Pausenkonzert, Aulakonzerte …), die fest im Schuljahresplan verankert sind, bietet die Gustav-Heinemann-Schule den Talenten eine große Bühne.

 

Sportliche Förderung

Die Gustav-Heinemann-Schule ist eine Gesamtschule mit sportlichem Schwerpunkt, der sich beispielsweise in der Zusammensetzung von Sportklassen ab den Klassen G5 bzw. F5 niederschlägt. Eine intellektuelle oder künstlerisch-musische Hochbegabung geht in einigen Fällen mit einem Mangel an körperlicher Fitness, am Interesse an sportlicher Verausgabung etc. einher. Auch aus diesen Gründen ist der sportliche Schwerpunkt der Gustav-Heinemann-Schule von besonderer Relevanz, da einerseits sportlich aktive und besonders talentierte Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden können, andererseits aber auch ein Angebot zum Ausgleich zur „kopflastigen“ Leistungsstärke hochbegabter Schülerinnen und Schüler sowie zur Förderung und Stärkung ihrer sozialen Kompetenz in Teams bereitsteht. Im AG-Bereich können die Lernenden zwischen zahlreichen Angeboten wählen: Fußball für Mädchen sowie Fußball für Jungen, Handball, Tennis, Tanzen (Standard) sowie HipHop.

            Zur stark leistungsorientierten Talentförderung bietet das Schulsportzentrum Hofgeismar folgende Angebote: Die AG Leichtathletik 5/6 findet unter der Leitung von Herrn Plinke im Rahmen der leichtathletischen Talentförderung am Schulsportzentrum Hofgeismar statt. Ziel ist ein dauerhaftes, leistungsorientiertes Training, das auf die Teilnahme an Wettkämpfen auf Schulebene („Jugend trainiert für Olympia“) und letztendlich auf den Wettkampfsport auf Vereinsebene (LG Reinhardswald) ausgerichtet ist. Die AG Leichtathletik 7 bis 10 setzt sich leistungsorientiert mit den verschiedenen Disziplinen der Leichtathletik auseinander. Ziel des Kurses ist die Bildung von Schulmannschaften für den Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“. Für Schülerinnen und Schüler, die am Oberstufengymnasium  Hofgeismars, der Albert-Schweitzer-Schule, das Fach Sport als Leistungskurs wählen wollen, bietet der Kurs eine gute Möglichkeit, sich mit den Anforderungen der Oberstufe vertraut zu machen.

            Die Schülerinnen und Schüler der höheren Sportklassen übernehmen zudem betreuende und organisatorische Funktionen bei schulinternen Wettkämpfen sowie bei den jährlichen Bundesjugendspielen, die sie maßgeblich mit den Sportlehrerinnen und -lehrern vorbereiten und durchführen. Auch auf dieser Ebene unterstützt das Schulsportzentrum Hofgeismar somit die soziale Kompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler.

 

Künstlerische Förderung

Was für die besondere musikalische Begabung von Schülerinnen und Schülern gilt, ist sicherlich auch für künstlerischen Talente von Kindern und Jugendlichen zutreffend: Es ist nicht davon auszugehen, dass alle künstlerisch begabten Schülerinnen und Schüler zugleich hochbegabt sind. Nichtsdestotrotz liegt der Gustav-Heinemann-Schule die Förderung dieser Talente besonders am Herzen. Einerseits um besondere künstlerische Begabungen zu entdecken sowie zu unterstützen, andererseits auch um etwa im AG-Bereich eine weitere Ausdrucksmöglichkeit anzubieten, die als Ausgleich zur kopflastigen Arbeit gesehen werden kann und zudem weitere Fähigkeiten aus den Schülerinnen und Schülern herauskitzelt. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Kunstwerkstatt unter der Leitung von Herrn Dusil, die  äußerst produktorientiert arbeitet, indem sie beispielsweise Plakate und Einladungen für Schulveranstaltungen entwirft, sowie das Jahrbuch-Team von Frau Rauch, das zum Ende jedes Schuljahres eine gestalterisch hochwertige Chronik für alle Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer erstellt.

 

Soziales Lernen

Das soziale Lernen spielt an der Gustav-Heinemann-Schule eine besonders wichtige Rolle. Dies gilt ebenso für Angebote, die dem Enrichment im Rahmen der Hochbegabtenförderung dienen. Denn nicht selten haben hochleistende Kinder und Jugendliche Probleme im kooperativen Lernen und Arbeiten sowie im Bereich der Teambildung. In folgenden AGs können Schülerinnen und Schüler ihre soziale Kompetenz erweitern: Das Schülerpatenprogramm bildet jeweils im zweiten Halbjahr des Jahrgangs 6 und 7 an vier Nachmittagen Schülerpaten aus. In der ersten Hälfte der Klasse 7/8 betreuen schließlich Schülerteams eine neue 5. Klasse. Unter der Leitung von Frau Löffler und der Schulsozialpädagogin Frau Dopatka lernen die Schülerinnen und Schüler mehr über Auftreten, Selbstverständnis und Aufgaben eines Paten oder das Einmaleins der Körpersprache und lernen Spiele (Kennenlern-, lcebreaker-, Bewegungs- und Sitzkreisspiele) als Kommunikationsmedien kennen.

            Fair-Stark-Selbstbewusst bietet ein Training zur körperlichen, psychischen und mentalen Fitness. Das Training ist zusammengestellt aus verschiedenen Kampfsportarten für alle Altersgruppen. Rollenspiele, spielerische Übungen und Gespräche ergänzen das Angebot. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich das richtige Verhalten in Gefahrensituationen, Methoden zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung sowie zum Umgang mit Provokationen und den eigenen Gefühlen (z.B. Wut, Angst, Schüchternheit, Unsicherheit…). Geleitet wird die Gruppe, die sich einmal pro Woche trifft von Herrn Kocaoglu.

            Prüfungsangst kann auch für besonders talentierte - und damit einhergehend, besonders ehrgeizige - Schülerinnen und Schüler ein zentrales Problem sein. Mit dieser schwer greifbaren Angst setzen sich Lernende der Gustav-Heinemann-Schule in der AG Stay cool and Chill out! aktiv auseinander. Unter der Leitung von Frau Noll werden spielerisch und locker Entspannungs- sowie Konzentrationstechniken eingeübt, die helfen können, die nächste Arbeit gelassener anzugehen.

            Im Bereich des sozialen Lernens hat zudem das bewusste Streiten einen festen Platz. Doch Streiten will gelernt sein. In der AG Schüler helfen Schülern - Erfolgreich streiten erarbeiten interessierte Schülerinnen und Schülern gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien, Grundlagen für gelingende Kommunikation, Möglichkeiten zur Reflexion des eigenen Konfliktverhaltens sowie zur Vermittlung bei Konflikten zwischen Mitschülerinnen und Mitschülern.

            Auf einer zudem künstlerischen Ebene funktioniert das soziale Lernen in der Theatergruppe Die Heinewitzkas, die von der Kooperation mit der Käthe-Kohlwitz-Schule Hofgeismar lebt und sich ebenfalls einmal wöchentlich trifft. Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule erarbeiten gemeinsam mit Lernenden dieser Förderschule in jedem Schuljahr ein neues Theaterstück. Der ganz besondere Aspekt des sozialen Lernens liegt hier darin, dass interessierte Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule mit Schülerinnen und Schülern mit Lernschwächen bzw.                         -behinderungen in Kontakt treten und intensiv gemeinsam an einem Stück und dessen theatraler Umsetzung arbeiten. Ansprechpartnerinnen sind Frau Israng und Frau Birnkraut.

            Der Schulsanitätsdienst ist eine weitere Möglichkeit, die sich unseren Schülerinnen und Schülern bietet, sozial und zugleich produktiv tätig zu werden. Der Schulsanitätsdienst ist eine Initiative, die vom Jugendrotkreuz gefördert und unterstützt wird. Er ergänzt und sichert die Erste-Hilfe-Versorgung an der Schule. SchülerInnen, die in Erster Hilfe ausgebildet sind, stellen im Rahmen des Schulsanitätsdienstes gemeinsam mit ihren KooperationslehrerInnen die Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicher. Die SchulsanitäterInnen vertiefen und erweitern ihr Wissen zur Ersten Hilfe kontinuierlich und helfen kompetent und schnell bei Unfällen sowie Verletzungen und sind bei Sportfesten oder anderen Schulveranstaltungen vor Ort.  Beim jährlichen Wettbewerb der Johanniter haben sie bereits vordere Plätze erzielt. Ansprechpartnerin ist Frau Köhler.

Weitere Angebote mit dem Ziel des Enrichments

Im Wahlpflicht- sowie AG-Bereich bietet die Gustav-Heinemann-Schule weitere Angebote an, die dem Entrichment dienen. Im Besonderen sind hier ein Informatik-Kurs in Kooperation mit der Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar sowie die PC-Werkstatt unter der Leitung von Herrn Dusil zu nennen.

Diagnostik und Förderung

Diagnosekompetenz bezeichnet die Fähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern, nach festgelegten Kriterien angemessene Urteile über das Lern- und Leistungsverhalten ihrer Schülerinnen und Schüler abzugeben.

Diese Kompetenz, die Hilbert Meyer in seinem Standardwerk der Lehrerausbildung „Was ist guter Unterricht?“ diskutiert, ist laut Andreas Helmke nur schwer messbar. Schließlich ist sie nicht mit den Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität einschätzbar, die für empirische Studien gültig sind. Die Beantwortung der Frage, ob eine besondere Begabung bzw. Hochbegabung bei einem Schüler oder einer Schülerin vorliegt, ist somit komplex und vielschichtig. Die fachgebundene Lernstands- und Leistungsmessung erfolgt an der Gustav-Heinemann-Schule zunächst durch den Fachlehrer/die Fachlehrerin, da diese Diagnose unmittelbar an den jeweiligen Unterricht gebunden ist. Auch im Gespräch mit dem Schüler/der Schülerin und den Eltern ist zunächst der Fachlehrer/die Fachlehrerin ein Ansprechpartner. Treten besondere Leistungen oder auch Lernprobleme (Underachievement) in verschiedenen Fächern auf, ist neben den Fachlehrerinnen und Fachlehrern auch der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin ein wichtiger Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern.

            Doch die Klassenlehrerinnen/-lehrer werden  mit der Diagnose der schulischen Lernentwicklung im Hinblick auf Auffälligkeiten, die auf eine Hochbegabung hinweisen, nicht allein gelassen. In jedem Halbjahr sitzen die Klassenkonferenzen im Rahmen von pädagogischen Beratungskonferenzen zusammen. Somit kann der Klassenlehrer/die Klassenlehrerin in regelmäßigen Abständen beobachtete Auffälligkeiten vorbringen und mit allen unterrichtenden Fachkollegen/-kolleginnen diskutieren.

Diagnostik bei Hochbegabung

Eine besondere Sensibilisierung der an der Gustav-Heinemann-Schule unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern für einerseits außergewöhnliche Leistungen, die eine Hochbegabung vermuten lassen sowie andererseits für Lernprobleme, die mit einer Hochbegabung einhergehen könnten, verfolgt die Arbeitsgruppe „Hochbegabung erkennen und fördern“ - bestehend aus dem Gymnasialzweigleiter Herrn Seidl, den Fachlehrerinnen Frau Löffler und Frau Werner sowie der neuen Koordinatorin der Hochbegabtenförderung an der Gustav-Heinemann-Schule Frau Dr. Hoffmann-Deist. Nach einem Gespräch zwischen Frau Löffler und Frau Werner mit der Schulpsychologin Petra Steinheider-Idelberger hat sich die neu gebildete Arbeitsgruppe weiter mit Möglichkeiten zur Steigerung der Diagnosekompetenz des Kollegiums beschäftigt. So wird eine besondere Einheit für den nächsten Pädagogischen Tag geplant, die noch mehr Kolleginnen und Kollegen für die Diagnose von Hochbegabungen sensibilisieren soll. Außerdem nimmt Frau Dr. Hoffmann-Deist am E-Learning Seminar „(Hoch-)begabte Schülerinnen und Schüler erkennen und fördern“ unter der Leitung von Herrn MinRat Walter Diehl im Februar und März 2016 teil. So können nach dem Schneeballprinzip immer mehr Fachlehrerinnen und -lehrer der Gustav-Heinemann-Schule mit dem wichtigen Aspekt der Hochbegabtenförderung gezielt vertraut gemacht werden und immer mehr Kolleginnen und Kollegen können als Beratungslehrer/innen im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern agieren. Sie werden somit dafür sensibilisiert, überragende Lernerfolge adäquat einzuschätzen, aber ebenso Lernprobleme im Sinne von Underachievement sowie Teilleistungsstörungen bei eigentlich leistungsfähigen Schülerinnen und Schülern angemessen zu diagnostizieren. Einige standardisierte Tests werden bereits seit längerer Zeit an der Gustav-Heinemann-Schule im sprachlichen Bereich eingesetzt, die eine besondere Leistungsfähigkeit diagnostizieren helfen: Zum einen das Salzburger Lesescreening, zum anderen die computerbasierte Lernverlaufsdiagnostik Quop.

            Bei ausgewiesenen Hochbegabten, die neu an die Gustav-Heinemann-Schule kommen, stehen die Fach- sowie KlassenlehrerInnen im regen Austausch mit den Grundschulen des Verbunds. Grundsätzlich werden in diesen Fällen bereits abgelegte Tests (IQ-Tests etc.) eingesehen und mit Schülern sowie Eltern besprochen und in Bezug zu den Schulleistungen gesetzt. Insbesondere die Würfelturm Schule Hofgeismar, die bereits über das Gütesiegel der Hochbegabtenförderung verfügt, ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Partner. Doch auch mit den weiteren Grundschulen des Verbunds finden zu festen Terminen vor der „Übergabe“ der Schülerinnen und Schüler an uns, als weiterführende Schule, gezielte Gespräche statt. Ähnliches gilt für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe, der ebenfalls von kollegialen Gesprächen zwischen abgebender und aufnehmender Schule geprägt ist. Zudem findet in den Jahrgängen 9 und 10 eine ausgeprägte Schullaufbahnberatung statt, für die Herr Seidl als Gymnasialzweigleiter neben den Klassenlehrerinnen und -lehrer der Abschlussklassen Ansprechpartner ist.

 

Zum Umgang mit Lernproblemen bei dem Verdacht auf Hochbegabung

Da die Gründe für Lernprobleme sehr unterschiedlich und schwer zu diagnostizieren sein können, holen sich die Fach- und KlassenlehrerInnen von potentiell hochleistenden Schülerinnen und Schülern bei auftretenden Leistungsproblemen kompetente Unterstützung bei Psychologen und Therapeutinnen oder greifen auf staatliche Angebote wie das Beratungs- und Förderzentrum, den schulpsychologischen Dienst oder die Beratungsstelle BRAIN zurück, um auch Phänomenen wie Schulangst, Peer Pressure, AD(H)S auf die Spur zu kommen sowie auf den Grund zu gehen. Werden Ursachen für umfassendere Lernprobleme - trotz besonderer Begabung - im außerschulischen Bereich vermutet, stehen besonders Gespräche mit den Eltern und der Schulsozialpädagogin im Vordergrund, wobei auch von den Eltern selbst gewählte Therapeuten oder Psychologen hinzugezogen werden können.

Treten lediglich Teilleistungsstörungen bei einem hochbegabten Schüler/einer hochbegabten Schülerin im jeweiligen Fachunterricht auf, so werden diese vom Fachlehrer/der Fachlehrerin erkannt und im Rahmen des vielseitigen Förderangebots der Gustav-Heinemann-Schule aufgefangen. Denn alle Deutsch-, Mathe- und Englischlehrerinnen und -lehrer der Gustav-Heinemann-Schule können die Einwahl eines Schülers/einer Schülerin in einen Förderkurs anregen und sind für alle nötigen Maßnahmen verantwortlich: Dabei bietet sich der Besuch eines Förderkurses in Mathe, Deutsch oder Englisch an, auch eine besondere Förderung für Kinder mit LRS oder Dyskakulie ist in schulinternen Gruppen möglich. Zudem kann ein Nachteilsausgleich gewährt werden, sofern über diesen positiv von der Klassenkonferenz abgestimmt wurde.

Beratung durch Lehrerinnen und Lehrer der Gustav-Heinemann-Schule

Beratend agieren zunächst die jeweiligen Fach- sowie KlassenlehrerInnen bei Fragen rund um das Thema ‚Hochbegabung‘. Zudem stehen die Mitglieder der Projektgruppe „Hochbegabung erkennen und fördern“ für Beratungsgespräche mit Schülerinnen und Schülern sowie Eltern zur Verfügung. Im Fokus der Beratung können dabei einerseits Fragen nach Möglichkeiten des Enrichments stehen, andererseits selbstverständlich Hilfsangebote zum Umgang mit Teilleistungsstörungen hochbegabter Schülerinnen und Schüler im Rahmen besonderer Förderangebote.

            Um die Beratungskompetenz des Kollegiums weiter zu steigern, nahm Frau Dr. Hoffmann-Deist am E-Learning Workshop „Hochbegabte Schülerinnen und Schüler erkennen und fördern“ des MinRats Walter Diehl teil, weitere Fortbildungen des Kollegiums werden von der Steuergruppe für die folgenden pädagogischen Tage geplant.

Beratung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern bei Hochleistungen

In die Laufbahnberatung hochleistender Schülerinnen und Schüler werden sowohl Fach- und KlassenlehrerInnen als auch die BeratungslehrerInnen der Projektgruppe einbezogen. Ziel dieser Beratung ist es, konkrete Möglichkeiten zur gezielten Förderung, zur Vertiefung von Fähig- und Fertigkeiten sowie für Akzeleration und Enrichment aufzuzeigen. Zentrale Aspekte im Rahmen dieser Beratung sind:

  • Mitarbeit in Kursen der Albert-Schweitzer-Schule (Oberstufengymnasium) nach dem Drehtürmodell
  • Schulinterne Arbeitsgemeinschaften sowie Angebote der Kinder- und Jugendakademie Kassel
  • Teilnahme an internen sowie schulübergreifenden Schülerwettbewerben
  • Projekttage von Schülerakademien und MINT
  • Möglichkeiten zum Überspringen einer Klasse
  • Teilnahme an Austauschprogrammen mit Schulen im Ausland (Schulbesuch, Praktikum)
  • nach der Klasse 10: Ein Wechsel zur Internatsschule Schloss Hansenberg, die alle Schülerinnen und Schüler, die im Abschlusszeugnis der Klasse 8 einen Notenschnitt bis 2,0 haben, zu einer Informationsveranstaltung einlädt

 

Beratung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern bei Lernproblemen

Wird bei hochbegabten Kindern oder Jugendlichen unserer Schule eine Beratung aufgrund von Lernproblemen notwendig, gilt es zunächst, die Ursachen des Underachievements herauszufinden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf folgende Punkte gelegt:

  • Liegt eine generelle Schulangst vor? Mithilfe welcher Maßnahmen lässt sich diese reduzieren?
  • Gibt es grundlegende Probleme mit Mitschülern? Lassen sich diese durch Gespräche untereinander sowie mit der Schulsozialpädagogin Gudrun Dopatka lösen?
  • Liegen schlichtweg Defizite im Gelernten vor, die sich aufarbeiten lassen?
  • Fehlt lediglich eine Regelmäßigkeit in der Erledigung der Hausaufgaben? Können Strukturen wie ein Hausaufgabenheft, ein persönlicher Zeitplan helfen?
  • Wie verhält es sich mit dem Arbeitsverhalten des Schülers/der Schülerin im Fachunterricht?

Beratungsgespräche zwischen SchülerIn, Eltern und BeratungslehrerInnen können in einen Lehr-/Lernvertrag münden, der von allen Parteien anerkannt und unterschrieben wird. Liegen Hinweise vor, die LRS, AD(H)S, Dyskalkulie etc. vermuten lassen, können zudem außerschulische Institutionen als Berater hinzugezogen werden. Um diese Spezialisten erweitern sich somit die Vertragspartner des Lehr-/Lernvertrags, die gemeinsam daran arbeiten, den Schulalltag so zu gestalten, dass die besonderen Begabungen des Schülers/der Schülerin beflügeln statt behindern.

 

Kooperation mit außerschulischen Institutionen: Diagnose und Beratung sowie weitere Förderung

Die an der Gustav-Heinemann-Schule unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer lassen sich in ihrer Förderung hochbegabter Schülerinnen und Schüler gern von außerschulischen Institutionen und Fachleuten unterstützen. Einerseits ist diese Unterstützung sinnvoll, wenn Schülerinnen und Schüler in die Jahrgangsstufe 5 kommen, bei denen bereits die Diagnose ‚Hochbegabung‘ vorliegt. Andererseits werden Fachärzte und Psychologen hinzugezogen, wenn aufgrund schulischer Beobachtungen weiterführende Unterstützung als nötig angesehen wird - sei dies aus Sicht der Eltern oder auch auf Anraten der Fachlehrerinnen und -lehrer. Im Besonderen verweisen die Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer auf eine mögliche Zusammenarbeit der Familien mit den Schulpsychologen des Staatlichen Schulamts oder mit der Marburger Beratungsstelle BRAIN. Zudem greifen wir gern auf die Unterstützung außerschulischer Institutionen zurück, um unser Angebot des Enrichemnts noch weiter zu intensivieren. Kooperationen liegen bisher mit folgenden Institutionen vor:

  • Albert-Schweitzer-Schule Hofgeismar (Oberstufengymnasium)
  • Kinder- und Jugendakademie Kassel
  • Evangelische Akademie Hofgeismar, z.B. zur Organisation von Autorenlesungen
  • MINT
  • Hessische Leseförderung
  • Internatsschule Schloss Hansenberg
  • Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar (Berufliche Schule)
  • Musikschule Hofgeismar
  • Tierpark Sababurg
  • Naturschutzbund Deutschland (NABU)
  • UniFloX
  • Evangelisches Jugendzentrum Hofgeismar sowie Jugendzentrum der Stadt Hofgeismar

Bei Fragen steht Frau Dr. Hoffmann-Deist als Koordinatorin unserer Hochbegabtenförderung zur Verfügung.

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